2.500 Tote retten keine Sitten – ein Apell

2500 Tote retten keine Sitten

An die 2500 Menschen sind mittlerweile im Mittelmeer qualvoll ertrunken, während sich die Leute hierzulande Sorgen um ihre Sitten, Bräuche und Kulturen machen. Ein Apell an alle Menschen, denen ihre Sitten und Bräuche wichtiger sind als 2500 Menschenleben.

Es ist erschütternd, macht wütend und traurig zugleich: Fast täglich erreichen uns schlimme Nachrichten, dass wieder einmal hunderte MENSCHEN im Mittelmeer ertrunken sind.

An die 2500 Flüchtlinge sind bisher auf qualvolle Art im Mittelmeer ums Leben gekommen. Das sind „Zahlen“, wo man sich Fragen stellen muss:

Sind Sitten, Bräuche, Kulturen oder auch Religionen es wert, dass tausende MENSCHEN auf qualvolle Art ertrinken müssen?

Sind 2500 Tote es wert, sich „Sorgen“ darüber zu machen, dass unser „Abendland“, unsere „Werte“ in Gefahr sind?

Was für Werte, was für Sitten, was für ein „Abendland“, was für eine Kultur soll das sein?

Wie kann man so denken?

Das Mittelmeer – ein Urlaubsdomizil der Deutschen

Das Mittelmeer ist das Urlaubsdomizil der Deutschen, der Österreicher, Schweizer, Niederländer, – schlichthin.

Mallorca, die Algarve, die Adria, Griechenland, Zypern, Kreta: jedes Jahr lassen es sich Millionen Europäer im wohlverdienten Urlaub gut gehen.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man diesen Sommer am Mittelmeer liegen und sich in der Sonne „aalen“ und bräunen lassen, schlimmstenfalls noch darin schwimmen gehen kann.

Vor unserer Haustür sterben tausende Menschen, und viele Leute kommen auf nichts anderes, als zu sagen: Unsere Bräuche und unsere Sitten sind in Gefahr, unsere Kultur ist in Gefahr.

Das Elend am anderen Ende der Welt, rührt unser Herz

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, wie ich mit meinen Eltern vorm Fernseher saß und die Bilder (immer zur Weihnachtszeit) von verhungernden „schwarzen“ Kindern mit aufgeblähten Wasserbäuchen über mich ergehen lassen musste, wie immer rechtzeitig zu Weihnachten die Benefizsendungen liefen, die Menschen rührselig wurden und die Spenden nur so sprudelten.

Aber auch die Katastrophen und das Elend der letzten Jahre, weitab von unserer „Heimat“ rührten unser Herz: Erdbeben, Tsunamis, Super-Gau’s, und selbstverständlich auch die Kriege, Dürrekatastrophen, und, und, und, …

Vor unserer eigenen Haustür scheint das Gewissen um 180° wandelbar

Und jetzt sterben vor unserer Haustür tausende Menschen, die vor Krieg, Terror, Verfolgung, Hunger und Not fliehen.

Und hierzulande machen sich „Bürger“ Sorgen über Sitten, Bräuche, Kulturen, Religionen und das „christliche Abendland“.

Ein Apell

All ihr „besorgten“ Bürger, all ihr, die ihr eure „Heimat“ bedroht seht durch „raumfremde und kulturfremde“ Menschen, die ihr euch in eurer scheinbar „heilen und sauberen“ Welt gestört fühlt, ich will euch etwas sagen:

Ihr solltet euch schämen!

Ihr solltet euch wirklich schämen! Macht euch einmal „einen Kopf“!

Fahrt von mir aus ans Mittelmeer und lasst euch „volllaufen“ oder macht, was ihr wollt. Es macht mich wahnsinnig wütend, wie man derart kalt, unbarmherzig und egoistisch sein kann.

Menschen, die mir begegnen

Ich bin letztens einmal in München vom Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt gelaufen und habe mir bewusst die Menschen angeschaut, die mir entgegenkamen.

Ich habe mein Augenmerk darauf gelegt, wie viele dieser Menschen rein optisch wohl keinen „Migrationshintergrund“ haben. Es gab kaum welche.

München ist eine Weltstadt. Eine bunt gemischte Stadt voll verschiedener Kulturen, Ethnien, Sitten, Bräuche und Religionen – wie all Großstädte.

Und genau das ist es, was uns reich macht. Genau das ist der Grund, warum die Angst vor Überfremdung hier am geringsten ist!

Diese Vielfalt, diese Mischung aus Kulturen, Ethnien und Bräuchen macht das Leben reich!

2500 qualvoll ertrunkene Menschen – wisst ihr was? Da sind mir eure Sitten, Bräuche, Kulturen und auch Religionen völlig „scheißegal“!

Ich finde es beschämend: „Der Wert unserer Waffenexporte in die Krisenregionen übersteigt ein Vielfaches der Summe, die wir dort an Hilfe leisten“, kommentierte die Journalistin  Marion von Haaren am 03.06.2016 in der Tagesschau. Sie fände dies beschämend in Anbetracht tausender Menschen, die vor unserer Haustür sterben. Dem schließe ich mich an.

Ist es denn entscheidend, aus welchen Gründen ein Mensch flieht?

Ob Menschen aus politischen Gründen, vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen oder schlicht und einfach deshalb, weil es ihnen richtig „dreckig“ geht oder sie am verhungern sind: macht das einen Unterschied?

Wenn es euch dreckig geht, wenn es euch richtig dreckig geht, und ihr am Verhungern seid oder Gefahr lauft zu sterben, um euer Leben rennen müsst, werdet ihr fliehen!

Macht euch, liebe besorgte Bürger, dazu einmal ein paar Gedanken!

Wemeze

 

Link zum Video:

https://www.youtube.com/watch?v=gvDOF-Z0wI4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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